Zucker, der süße Verführer

Über dieses Buch.

Von Franz Binder

Als ich zusammen mit meinem Freund und Co-Autoren Josef Wahler, einem Lebensmittelchemiker und Gutachter, daranging, ein Buch über Zucker zu schreiben, überlegte ich mir: Der Prophet muß doch vorleben, was er predigt.

Mir war die Schädlichkeit von Zucker für die Gesundheit durchaus bewußt, aber trotzdem war ich dem süßen Genuß nicht abgeneigt. Nun aber nahm ich mir vor, zumindest für die Zeit, in der das Buch entstand, konsequent auf Fabrikzucker zu verzichten.

Auf den ersten Blick schien das recht einfach – keinen Kuchen mehr, keine Eiscreme, kein Zucker mehr in den Tee, keine Marmelade zum Frühstück, keine Kekse und Schokolade zwischendurch, keine süßen Limonaden. Das fiel mir auch gar nicht schwer.

Dann jedoch mußte ich erkennen, dass diese Vorsätze nur Tropfen auf den heißen Stein waren, dass Fabrikzucker in Küche und Vorratskammer allgegenwärtig ist und zwar nicht nur in Dingen, die süß schmecken.
Die Recherche für unser Buch schritt voran und wir begannen dabei auch Tabellen zu sammeln, die den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln auflisten. Die Lektüre ließ mir die Haare zu Berge stehen.
Fertigmüsli von der Firma XY: 25,7% Zucker; das Pulver für den leckeren Kakao-Trunk, von dem die Werbung sagt, er halte uns gesund: 97% (!) Zucker; Gummibärchen: 77%; Nutella: 58%, Tomatenketschup: 50%. Die Beispiele ließen sich lange fortsetzen, die Tabellen sind in unserem Buch in voller Länge abgedruckt.

Um von der süßen Droge loszukommen, mußte ich also ALLE Lebensmittel in Küche und Vorratskammer kritisch unter die Lupe nehmen, auch solche, bei denen man gar nicht an Zucker denkt. Nun forstete ich beim Einkaufen die Zutatenlisten nach all den verschiedenen Zuckersorten durch, die die Nahrungsmittelindustrie so gerne unserem Essen beimischt.

Zucker hat viele Namen. Unser normaler weißer Haushaltszucker, auch Saccharose genannt, aus Zuckerrohr oder Zuckerrübe gewonnen und nach einem langen industriellen Prozess zu einem der chemisch reinsten Stoffe »veredelt«, ist nur die bekannteste Erscheinungsform des süßen Giftes. Invertzucker, Isoglucose, Maissirup, Maltodextrin und viele mehr stehen in ihrer schädlichen Wirkung auf den Organismus dem Zucker in nichts nach und werden von der Industrie gerne und oft als Süßmittel eingesetzt.
Sie dienen der Industrie auch als Tarnung, um den tatsächlichen Zuckergehalt eines Nahrungsmittels zu verschleiern. Durch geschicktes Aufteilen des Gesamt­zuckergehalts auf verschiedene dieser Zuckerarten läßt sich nämlich die Zutatenliste »ganz legal« manipulieren.
Dort muß nämlich laut Gesetz die Zutat, von der am meisten in einer Speise enthalten ist, an erster Stelle stehen. In vielen Fällen wäre dies Zucker, zum Beispiel bei einem Müsliriegel, der vor gesunder Natürlichkeit nur so strotzt, will man der Verpackung glauben.
Auf der Zutatenliste stehen denn auch Haferflocken und Haselnüsse an den ersten beiden Stellen. Zucker kommt erst an siebter Stelle. Doch in dem Riegel finden sich noch eine Reihe anderer Zuckersorten.
Würde man sie addieren, müßten Haferflocken und Haselnüsse ihren Führungsplatz abtreten und der scheinbar gesunde Müsliriegel würde sich als Zuckerbombe outen – und sich vermutlich schlechter verkaufen lassen – Etikettenschwindel der legalen Art.

Nun gibt es sicher auch heute noch eine Reihe von Lesern, die längst den Finger gehoben und gerufen haben: aber der Mensch braucht doch Zucker!
Die Märchen vom »gesunden Zucker«, von der »Nervennahrung«, von Zucker als »Energie­spender und Fitmacher« und so manches mehr, halten sich beharrlich in den Köpfen und liefern das Alibi für exzessiven Zuckergenuß.

45 Kilo raffinierten Zucker, das sind 25 Teelöffel täglich, nimmt der durchschnittliche deutsche Verbraucher jährlich zu sich, das meiste davon aus versteckten Quellen.
Viele Kinder essen jährlich das Mehrfache ihres eigenen Körpergewichts an Zucker und handeln sich damit lebenslängliche gesundheitliche Probleme ein. Denn Zucker macht nicht nur dick, sondern auch krank.
Zucker entzieht dem Körper lebenswichtige Vitamine und Mineralstoffe, fördert das Entstehen einer Reihe von Krankheiten wie Diabetes und Arteriosklerose und sorgt für Zahnverfall durch Karies. Auch hier ließe sich die Liste lange fortsetzen – so gut wie alle ernährungsbedingten Krankheiten haben auch mit Zuckerkonsum zu tun. »Aber der Mensch braucht doch Zucker!«
Ja, in Form von Glukose, dem Zucker im Blut. Gerade einmal 80 bis 120 Milligrammprozent – das entspricht in etwa zwei Teelöffeln –, zirkulieren mit dem Blut im Körper und versorgen die Zellen mit Energie.
Ein Stück Schokoladenkuchen aber enthält ungefähr sieben Teelöffel Zucker. Eine solche Zuckerbombe bringt das fein abgestimmte und von verschiedenen Hormonen geregelte Gleichgewicht des Blutzuckers durcheinander und zwingt den Körper zu Schockreaktionen, die auf Dauer in Krankheit enden. Mit all diesen Themen beschäftigen wir uns in unserem Buch ausführlich, ebenso wie mit der spannenden Geschichte des Zuckers von Alexander dem Großen bis Napoleon. Ein praktisches Anti-Zucker-Programm in sieben Schritten weist zudem den Weg aus dem Teufelskreis des Zuckerkonsums.

„Zucker, der süße Verführer – Alles Wissenswerte und praktische Gesundheitstipps«, von Franz Binder und Josef Wahler, erschienen im VAK-Verlag, Kirchzarten bei Freiburg.


 

 

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